BARF

Das Akronym B.A.R.F. steht für „Bones And Raw Foods“, was soviel bedeutet wie Knochen- und Rohfütterung. Im Deutschen wird es meist als „Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“ bezeichnet.

Ziel dieses Ernährungskonzepts ist es, den Hund bzw. die Katze möglichst naturnah zu füttern, d.h. in den Napf kommen die verschiedensten Bestandteile von Tieren – Muskelfleisch genauso wie Innereien und Knochen – zusammen mit Gemüse, Kräutern und Ölen. Die Zusammenstellung der Ration ist dabei einem Beutetier, wie es von Wölfen oder Katzen gefressen wird, nachempfunden.

Sollten Sie sich dafür interessieren, Ihr Tier zu barfen, helfe ich Ihnen gerne dabei einen abwechslungsreichen, naturbelassenen und dennoch ausgewogenen Futterplan zu erstellen.

Risiken BARF

Nährstoffgehalt: Für die Kalkulation der Rationen zum Selbstzubereiten werden durchschnittliche Analysewerte von Einzelfuttermitteln verwendet. Da es sich um Naturprodukte handelt, unterliegen diese natürlichen Schwankungen. Die tatsächlich gefütterten Nährstoffe entsprechen daher eventuell nicht vollständig den kalkulierten Nährstoffen. Durch abwechslungsreiche Fütterung kann dieses Risiko minimiert werden.

Hygiene: Im rohen Fleisch können Parasiten, Bakterien oder deren Sporen, Viren und Einzeller enthalten sein. Diese können, insbesondere bei empfindlichen Hunden und Katzen Infektionen verursachen. Zum anderen können Hunde und Katzen zu Ausscheidern genannter Krankheitsüberträger werden und so über Kot und Speichel den Menschen anstecken. Ein erhöhtes Infektionsrisiko besteht hierbei für Kinder, ältere, schwangere und immungeschwächte Personen. Generell ist bei der Verarbeitung von rohem Fleisch und tierischen Erzeugnissen eine angemessene Hygiene zu beachten. Bei der Verwendung von Produkten tierischer Herkunft, bei denen die Kühlkette unterbrochen worden ist (z.B. Online Versandhandel), besteht ein besonders hohes Risiko einer Infektionsübertragung. Daher ist auch eine höhere Vorsicht im Umgang mit diesen Produkten geboten. Durch Verwendung eigener Küchenutensilien für den Umgang mit diesen tierischen Produkten kann das Risiko einer Infektionsübertragung gesenkt werden. Ein wiederholtes Auftauen und wieder Einfrieren von Produkten tierischer Herkunft führt zu einer Keimvermehrung in diesen Produkten und sollte daher vermieden werden.

Knochen: Knochen sollten nur roh gefüttert werden, da gekochte Knochen dazu neigen, zu splittern, wodurch es leichter zu Verletzungen im Verdauungstrakt kommen kann. Allerdings ist auch die Fütterung roher Knochen nicht risikolos. Es bestehen zum einen dieselben Risiken wie sie auch bei der Fütterung von rohem Fleisch bestehen. Zum anderen kann die Fütterung von rohen Knochen auch zu Verletzungen im Maulbereich, insbesondere zu Zahnfissuren oder -frakturen sowie Fremdkörper Einspießungen ins Zahnfleisch kommen. Auch das Steckenbleiben von Knochen in der Speiseröhre oder im Darm, bei mangelnder Auflösung im Magen, ist möglich. Zuletzt neigen manche Hunde zum Bilden von Knochenkot. Letzteres kann durch eine adäquate Calciumversorgung und Knochenfütterung an zumindest jedem zweiten Tag minimiert werden. 

Zinkversorgung: Eine Versorgung mit Zink entsprechend den Bedarfszahlen der Literatur durch natürliche Futtermittel ist meist nicht möglich. Diese Bedarfszahlen resultieren allerdings aus Studien mit Futtermitteln, die eine niedrige Verdaulichkeit aufweisen. Da eine BARF Ration in der Regel hochverdaulich ist, kann eine Versorgung, die etwas unter dem empfohlenen Bedarf liegt, meist toleriert werden. Dennoch besteht das Risiko, eines Zinkmangels, der sich meist in schlechter Fell-, Krallen- oder Hautqualität äußert oder auch in einem geschwächten Immunsystem, Störungen in der Fortpflanzung oder im Knochenwachstum. Das Risiko lässt sich minimieren durch Zulage eines geeigneten Zinkpräparats.